20. August 2025

Kodex

Präambel

Wissen am Stern ist ein gemeinnütziges und überkonfessionelles Bildungsinstitut, das als Erfahrungs- und Lernort für Kinder, Jugendliche sowie für Erwachsene dient. Wir setzen uns für eine vielfältige, demokratische und chancengerechte Gesellschaft ein und bieten einen Raum, in dem Lernen als inspirierende und gemeinschaftliche Erfahrung verstanden wird.

Der vorliegende Verhaltenskodex dient als verbindliche Orientierung für alle Mitarbeiter:innen von Wissen am Stern, unabhängig von ihrer Rolle oder ihrem Tätigkeitsbereich. Er gewährleistet ein professionelles, respektvolles und diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld, das die Werte unserer gemeinnützigen Bildungsarbeit widerspiegelt. Unser Kodex basiert auf den Prinzipien Professionalität, Schutz vor Diskriminierung, Kommunikation & Transparenz sowie Neutralität in Religion und Politik.

Der Kodex gilt für alle Interaktionen innerhalb unseres Instituts sowie für unsere Veranstaltungen und digitalen Räume. Er soll sicherstellen, dass jede:r sich in einer Atmosphäre des Vertrauens und der Wertschätzung entfalten kann. Wissen am Stern verpflichtet sich, diesen Kodex aktiv zu leben, Verstöße ernst zu nehmen und eine Kultur des offenen, respektvollen und diskriminierungsfreien Austauschs zu fördern.

1. Professionalität

Mitarbeiter:innen von Wissen am Stern verpflichten sich zu einem professionellen Verhalten in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Dazu gehört:

  • Ehrlichkeit, Integrität und Fairness: Alle Mitarbeitenden handeln verantwortungsvoll, transparent und in bester Absicht gegenüber den Teilnehmer:innen und Kolleg:innen.
  • Qualität der Bildungsangebote: Die Lehr- und Lernangebote müssen sich an den Bedürfnissen und Interessen der Teilnehmer:innen orientieren und ein hohes fachliches sowie didaktisches Niveau gewährleisten.
  • Schutz sensibler Daten: Persönliche Informationen von Teilnehmer:innen und Schüler:innen werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
  • Wahrung professioneller Grenzen: Die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Teilnehmer:innen bzw. Schüler:innen muss respektvoll, unterstützend, aber stets professionell bleiben. Es ist sicherzustellen, dass keine unangemessene Nähe oder Abhängigkeit entsteht.

2. Schutz vor Diskriminierung

Wissen am Stern setzt sich für ein diskriminierungsfreies Lern- und Arbeitsumfeld ein.

  • Keine Diskriminierung: Mitarbeiter:innen dürfen weder aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, Behinderung oder sozialem Status diskriminieren oder diskriminiert werden.
  • Schaffung eines diskriminierungsfreien Raums: Alle Mitarbeitenden sind dazu verpflichtet, aktiv darauf zu achten, dass auch unter Teilnehmer:innen und Schüler:innen kein diskriminierendes Verhalten stattfindet.
  • Thematisierung von Diskriminierung: Diskriminierungsrisiken sollen regelmäßig im Kollegium reflektiert werden. Hierzu können Fortbildungen oder Teamgespräche dienen.
  • Meldeoption für Betroffene: Wissen am Stern stellt sicher, dass es eine vertrauenswürdige und anonyme Möglichkeit gibt, Diskriminierung zu melden. Kontaktperson: Alena Lorenz (Alena@wissenamstern.de)

3. Kommunikation und Transparenz

Eine offene und respektvolle Kommunikation ist die Grundlage unserer Zusammenarbeit.

  • Kollegialer Austausch: Informationen über Projekte, Herausforderungen und Lösungsansätze werden im Team offen geteilt, um eine konstruktive Zusammenarbeit zu gewährleisten.
  • Kooperation mit Partner:innen: Externe Partner:innen werden transparent über unsere Arbeitsweise, unsere Werte und die Erwartungen an die Zusammenarbeit informiert.
  • Kommunikation mit Teilnehmer:innen, Schüler:innen und Eltern: Wissen am Stern achtet darauf, dass die Kommunikation stets wertschätzend, verständlich und zugänglich ist. Anliegen von Teilnehmer:innen, Schüler:innen oder Eltern werden ernst genommen und sachlich behandelt.

4. Kontroversitätsgebot in Religion und Politik

Wissen am Stern ist ein überkonfessionelles Bildungsinstitut. Aus diesem Grund ist uns eine gewisse Neutralität innerhalb unserer Arbeit wichtig. Der Begriff der Neutralität ist jedoch insofern irreführend, als dass wir als postmigrantisches Bildungsinstitut ebenfalls die Aufgabe haben, für Werte der Demokratie, der Menschenwürde und der Grundrechte für alle einzustehen.

Anstelle des Neutralitätsbegriffs betonen wir daher das Kontroversitätsgebot. Dieses beinhaltet:

  • Keine Missionierung oder Überwältigung: Mitarbeiter:innen dürfen ihre persönlichen religiösen oder politischen Überzeugungen nicht missionarisch weitergeben oder durch dominante Positionen überwältigen.
  • Respekt gegenüber unterschiedlichen Positionen: Vielfalt wird als Bereicherung betrachtet. Unterschiedliche Perspektiven werden offen und respektvoll diskutiert. Der Diskussionsraum darf durch die eigenen politischen oder weltanschaulichen Präferenzen der Mitarbeiter:innen nicht verengt werden
  • Das Kontroversitätsgebot meint jedoch nicht, dass politische oder ideologische Aussagen jeglicher Art akzeptiert werden müssen. Menschenfeindliche Aussagen oder Handlungen jeglicher Art, dürfen nicht toleriert werden.

5. Umgang mit Kindern und Jugendlichen

Der Schutz und die Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen ist ein wesentlicher Aspekt innerhalb unserer Arbeit. Unser Ziel ist es, ein sicheres und respektvolles Umfeld zu schaffen, in dem junge Menschen ihre Persönlichkeit frei entfalten können, vor jeglicher Form von Gewalt oder Ausbeutung geschützt sind und ihre Meinung gehört wird.

Daher verpflichten wir uns:

  1. Wahrung von Kinder- und Jugendrechten: Die Rechte von Kindern und Jugendlichen werden ernstgenommen, gewahrt und es wird sich aktiv dafür eingesetzt, sie in ihrer Selbstbestimmung zu stärken.
  2. Sichere Strukturen und klare Regeln: Erwachsene sollten nach Möglichkeit nicht allein mit Kindern sein. Nähe-Distanz-Regelungen sowie geschlechtsspezifische Betreuungsaspekte werden bedacht. Die Kommunikation über Soziale Medien erfolgt ausschließlich durch offizielle Kanäle.
  3. Beschwerdemöglichkeiten und Ansprechpersonen: Kinder und Jugendliche müssen wissen, wo und wie sie sich bei Regelverstößen oder unangemessenem Verhalten beschweren können. Dafür gibt es benannte Ansprechpersonen, die Beschwerden ernst nehmen und professionell behandeln.
  4. Offene Gesprächskultur: Innerhalb unserer Organisation fördern wir ein Klima der Achtsamkeit und Transparenz. Mitarbeitende sind angehalten, Bedenken oder Verdachtsfälle offen anzusprechen und weiterzugeben.
  5. Verantwortungsvolle Öffentlichkeitsarbeit: In unserer Bildungs- und Pressearbeit achten wir darauf, die Würde und das Schutzbedürfnis von Kindern zu wahren

Wissen am Stern orientiert sich in der Arbeit mit Schüler:innen am Beutelsbacher Konsens. Dieser hebt folgende Punkte hervor:

  1. Überwältigungsverbot: Um eine Indoktrinierung zu verhindern und die selbstständige Urteilsbildung zu fördern, ist es Lehrpersonen verboten, Schüler:innen mit ihren Meinungen zu überwältigen.
  2. Kontroversität: Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen.
  3. Schülerorientierung: Schüler:innen müssen in die Lage versetzt werden die politische Lage und ihre eigenen Interessen zu analysieren.

6. Datenschutz und Soziale Medien

  • Bei Wissen am Stern nehmen wir den Schutz personenbezogener Daten sehr ernst und handeln stets gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
  • Alle erhobenen Daten werden ausschließlich im notwendigen Rahmen verarbeitet, sicher gespeichert und niemals unbefugt weitergegeben.
  • Im Umgang mit unseren Teilnehmer:innen, Schüler:innen und Kooperationspartnern gewährleisten wir, dass die Privatsphäre gewahrt bleibt. Fotos oder andere personenbezogene Inhalte werden nur mit ausdrücklicher Einwilligung der betroffenen Personen veröffentlicht.
  • In der Kommunikation über soziale Medien achten wir darauf, nur die Daten zu erheben, die für die Interaktion erforderlich sind. Betroffene Personen haben jederzeit das Recht, Auskunft über ihre gespeicherten Daten zu erhalten, diese zu berichtigen oder löschen zu lassen.

7. Umsetzung und Geltung des Kodex

  • Alle Mitarbeiter:innen sind verpflichtet, diesen Kodex einzuhalten.
  • Verstöße gegen den Kodex können gemeldet und im Rahmen interner Verfahren behandelt werden.
  • Wissen am Stern arbeitet ausschließlich mit Kooperationspartnern zusammen, die unsere Werte teilen und sich ebenfalls für ein diskriminierungsfreies, professionelles und wertschätzendes Miteinander einsetzen.
  • Wir sind uns bewusst, dass sich gesellschaftliche, rechtliche und organisationale Rahmenbedingungen ständig weiterentwickeln. Daher verpflichten wir uns, diesen Verhaltenskodex regelmäßig auf seine Wirksamkeit und Aktualität hin zu überprüfen. Dies umfasst sowohl die Auseinandersetzung mit neuen rechtlichen Vorgaben als auch die Berücksichtigung von Erfahrungen und Rückmeldungen aus der praktischen Arbeit. Auf diese Weise möchten wir sicherstellen, dass der Kodex nicht nur ein statisches Dokument bleibt, sondern lebendig ist und kontinuierlich die Grundlage für eine professionelle, respektvolle und diskriminierungsfreie Arbeitsweise bei Wissen am Stern bildet.
  • Für Fragen zum Inhalt sowie zur praktischen Umsetzung des Kodexes steht Dr. Ismail Doga Karatepe als verantwortliche Ansprechperson zur Verfügung und sollte entsprechend kontaktiert werden. (id.karatepe@wissenamstern.de)
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